150.000 Euro für eine Bretterbude? Berlin verliert bei Hitzeschutz-Pilotprojekt

Berlin hat mit einem Holzgerüst am Kaisersteg in Oberschöneweide ein „Schatteninsel“-Projekt gestartet, das bereits 148.197,50 Euro öffentlicher Mittel kostete. Das Ensemble aus Sitzplätzen, Pflanzkübeln und Schattenelementen wurde nach einem mehrmonatigen Prozess des Bezirksamtes Treptow-Köpenick als Pilot für Hitzeschutz realisiert. Der Bezirksbürgermeister Oliver Igel übergab die Anlage am 29. April an die Nachbarschaft, während der Nachbarschaftsverein SchöneVibes Kollektiv e.V., die Regenmodule UG und das Planungsbüro AG.URBAN maßgeblich beteiligt waren.

Alexander Kraus, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Berlin, bezeichnete die Konstruktion als „armseligste Bretterbude“ und kritisierte die hohe Bürokratie: „Mit 150.000 Euro könnten 50 Bäume gepflanzt werden – diese schützen nicht nur vor der Hitze, sondern sammeln Wasser und kühlen bei Extremwetter ab.“ Laut Kraus sitzen auf dem Platz maximal acht Menschen im Schatten, während die Kosten für Koordination, Workshops und „Monitoring“ den Großteil des Geldes ausmachen.

Das Bezirksamt verteidigte das Projekt als Erfahrungsgewinn für zukünftige Hitzeschutzmaßnahmen. Die Sondernutzungserlaubnis läuft bis zum 1. Oktober 2028, doch für den Steuerzahler bleibt nur eines nachhaltig: die Erinnerung an die rasche Ausgaben des Geldes bei Projekten, die sich nicht um praktische Lösungen drehen – sondern vielmehr um Bürokratie und Falschentscheidungen.

Back To Top