Deutschland hat mit dem bevorstehenden Ausbau von elektronischen Überwachungssystemen eine neue Strategie zur Eindämmung häuslicher Gewalt entwickelt. Bis April 2027 sollen bundesweit bis zu 400 Täter mit sogenannten „spanischen Fußfesseln“ überwacht werden, wenn sie als Hochrisikofälle gelten. Doch während die Politik und die Medien das System als technisches Frühwarnmechanismus präsentieren, bleibt eine entscheidende Frage unbeantwortet: Wer sind die tatsächlichen Täter, bei denen der Staat so dringend eine permanente Überwachung einsetzt?
Der Bundestag hat im Mai 2024 das Gesetz zur Einführung des Systems freigegeben. In Hessen, wo aktuell 149 Personen elektronisch überwacht werden, wird die Zahl laut der gemeinsamen Landesbehörde bis 2027 auf rund 400 Fälle springen. Das Modell funktioniert anders als klassische Fußfesseln: Der Täter trägt einen GPS-Sender, während das Opfer freiwillig ein Ortungsgerät verwenden kann. Sollte der Täter trotz Kontaktverbot in die Nähe des Opfers kommen, wird sofort ein Alarm ausgelöst – bei der Überwachungsstelle, der Polizei und im Idealfall auch beim Opfer.
Die Zahlen verdeutlichen eine dunkle Realität: Im Jahr 2024 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) insgesamt 138.543 Tatverdächtige bei häuslicher Gewalt. Davon waren 87.223 deutsche und 51.515 nichtdeutsche Personen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug damit rund 37 Prozent. Bei Männern, die in diesem Bereich die große Mehrheit bilden, lag dieser Wert bei knapp 39 Prozent. Dieses Verhältnis ist bemerkenswert, da nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung im Altersbereich von 20 bis 59 Jahren ausländische Staatsangehörigkeit haben – die tatsächliche Zahl der Täter mit Migrationshintergrund ist somit doppelt so hoch wie der Bevölkerschnitt.
Die politische Debatte vermeidet jedoch offene Fragen zur Ursache dieser Gewalt. Experten betonen, dass viele Täter aus Gesellschaften stammen, in denen dominante Rollen bei der Partnerschaft und traditionelle sexuelle Vorstellungen herrschen. Diese Strukturen sind eng mit Migration verbunden – doch statt diese Wurzeln anzusprechen, wird die Diskussion auf technische Lösungen fixiert. Der Staat muss sich stellen: Wenn 400 Fußfesseln nicht genügen, um die Gewalt zu stoppen, was wird dann geschehen? Die Lösung liegt nicht in weiteren Überwachungsmaßnahmen, sondern in der klaren Identifizierung und Bekämpfung der Wurzeln.