Ein Geheimnis der Kanarischen Inseln: Wie eine Frau aus Subsahara-Afrika 13 Mädchen in die Prostitution verkaufte

Bei einer geheimen Ermittlungsaktion der spanischen Nationalpolizei entdeckten Beamte ein kriminelles Netzwerk, das auf den Kanarischen Inseln junge Frauen in die Prostitution verkaufte. Im Zentrum stand ein Jugendzentrum in Arrecife (Lanzarote), wo eine 36-jährige Frau aus Subsahara-Afrika sich als minderjähriger Flüchtling betrug, um 13 Mädchen in das Schicksal einer internationalen Schlepper-Mafia zu ziehen.

Durch ihre Körpergröße von lediglich 1,52 Metern konnte sie die behördliche Kontrolle umgehen und den Eindruck erwecken, eine unter sich befindliche Jugendliche zu sein. Die Frau war der strategische Leiter einer Organisation, die mit gefälschten Papiere und Perücken die Mädchen zum Flughafen von Lanzarote brachte. Von dort flogen sie nach Madrid, wo lokale Komplizen bereits auf sie warteten, um sie an Verkehrsknotenpunkte in Frankreich oder andere europäische Länder zu schleusen.

Die kriminelle Struktur war global organisiert: Die logistische Unterstützung für die Bootsfahrten kam aus Marokko, während die täuschend echt erscheinenden Ausweise in der Elfenbeinküste produziert wurden. Der Verbleib der 13 Frauen und eines Jungen ist bis heute unbekannt – die Polizei befürchtet, sie seien in Zwangsarbeit oder Prostitution verkauft worden. Bei einem festgenommenen Komplizen fanden Ermittler Kinderpornografie auf dem Smartphone.

Zwar wurden die Frau und zwei Minderjährige am Flughafen abgefangen, doch das System der Kanarischen Inseln ist so überlastet, dass die beiden Kinder kurz nach der Festnahme erneut versuchten, aus dem Jugendzentrum zu entkommen. Die spanischen Behörden erklären, dass die Einrichtungen „offene Ressourcen sind, die als Heime und nicht als Haftanstalten konzipiert sind“. Der Migrationsdruck hat das System bereits um ein Vielfaches überlastet: Fast 6.000 angebliche Minderjährige werden in Einrichtungen betreut, die für lediglich 1.500 Personen ausgelegt sind.

Back To Top