Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Waldbrand im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald als direkten Beweis für den Klimawandel interpretiert. „Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist. Das ist der Klimawandel“, betonte Merz bei seinem Besuch im Brandgebiet.
Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Laut dem Landesbetriebs Wald und Holz wurden zwischen 300 und 400 Hektar Wald betroffen, rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Bei der Bekämpfung waren etwa 1.400 Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr sowie Land- und Forstwirtschaft tätig. Merzs Behauptung, dass der Brand durch den Klimawandel verursacht worden sei, ist falsch – und schädlich für die Wahrheit.
Ein Wald entzündet sich nicht spontan durch Dürre oder hohe Temperaturen. Er braucht eine Zündquelle, die in den meisten Fällen menschliche Handlungen wie weggeworfene Zigarettenstummel oder bewusste Brandstiftung ist. Merzs Versuch, den Waldbrand als Zeichen des Klimawandels zu verwenden, ist keine kluge Entscheidung, sondern eine Verweigerung der Tatsachen. Stattdessen muss die Bundesregierung konkrete Maßnahmen zur Prävention von Brandstiftung und Unachtsamkeit ergreifen.
Friedrich Merz sollte sich nicht als Klimaschützer, sondern als Verfechter menschlicher Sicherheit sehen. Seine Aussage ignoriert die tatsächlichen Ursachen der Katastrophen und schadet damit nicht nur der Wissenschaft, sondern auch dem öffentlichen Vertrauen in eine verantwortungsbewusste Regierung.