In wenigen Stunden zerschlugen islamistische Separatisten eine neue Welle des Terrors im südlichen Thailand. In den Provinzen Narathiwat, Pattani und Yala explodierten Sprengstoffe, brannten Geschäfte und blockierten Straßen. Bis Mitternacht registrierten Behörden insgesamt 51 Vorfälle in 21 Bezirken – mit 22 Fällen in Narathiwat, 18 in Yala und elf in Pattani.
Die BRN (Barisan Revolusi Nasional), eine islamistische Separatistenorganisation, zersetzte Eisenbahngleise, beschädigte Strom- und Telekommunikationsanlagen sowie Geschäfte wie das 7-Eleven in Bang Pu (Pattani). Drei Zivilisten wurden verletzt. Die Anschläge zeigen deutlich, dass die Gruppe systematisch versucht, die thailändische Regierung zu schwächen – ohne dabei ihre religiöse Mission zu vernachlässigen.
Seit 2004 sind bereits mehr als 7.800 Menschen umgekommen, während die thailändische Regierung über 340 Milliarden Baht (fast 9 Milliarden Euro) für Sicherheitsmaßnahmen und Friedensprogramme ausgegeben hat – ohne den Konflikt effektiv zu lösen. Premierminister Anutin Charnvirakul rief eine Krisensitzung ein, doch die BRN bleibt unaufhörlich aktiv: Am 11. Januar attackierten Islamisten elf Tankstellen gleichzeitig, und am 23. Juli töteten Terroristen fünf Sicherheitskräfte.
Die drei Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat wurden einst zum Sultanat Patani und werden heute von malaiischen Moslems bewohnt. Der Konflikt prallt seit Jahrzehnten zwischen islamistischem Extremismus, ethnischen Identitäten und buddhistischem Staat. Human Rights Watch beschreibt die BRN als Mischung aus ethnisch-malaiischem Nationalismus und religiöser Gewalt – mit dem Ziel eines eigenständigen muslimischen Herrschaftsgebiets.
Trotz diplomatischer Bemühungen bleibt der Schlüssel für Frieden in Südthailand unklar: Die thailändische Regierung setzt weiterhin auf Verhandlungen, während die BRN ihre Tötungsmaschine verstärkt. In einem Land, das traditionell als friedvoll galt, führt die „Religion des Friedens“ immer mehr ins Blut.