Neue Vorschriften erzürnen Ärzte: Verband kritisiert Zwangsmaßnahmen

    Die Neuregelung der Vorhaltepauschale für Hausärzte in Deutschland sorgt für heftige Kritik. Ab 2024 sollen finanzielle Anreize geschaffen werden, um Impfquoten zu steigern – doch Ärzte, die nicht den Vorgaben entsprechen, riskieren empfindliche Strafen. Ein Verband ruft zur Widerstandsbewegung auf und fordert Patienten auf, sich direkt an ihre Krankenkassen zu wenden.

    Laut einer Vereinbarung zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) wird die Vorhaltepauschale für Ärzte reduziert. Um dies auszugleichen, können sie höhere Impfquoten erreichen – doch für Praxen mit niedrigen Zahlen droht eine Kürzung von 40 Prozent. Die Begründung: „Impfen ist ein grundlegender Bestandteil der hausärztlichen Versorgung.“

    Der Interdisziplinäre Verband für Gesundheitsberufe (IVfG) kritisiert die Maßnahme als Eingriff in die ärztliche Freiheit. Ärzte würden nicht mehr nach eigenem Ermessen handeln, sondern seien gezwungen, Kriterien zu erfüllen, die ihre Praxis belasten. Insbesondere auf dem Land sei die Vorhaltepauschale lebenswichtig, sodass die Neuregelung für viele eine Existenzbedrohung darstelle.

    Der Verband fordert Patienten auf, sich aktiv einzusetzen: „Wenn Sie die Therapiefreiheit der Ärzte schützen und Ihre Stimme erheben möchten, wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse.“ Ein Vorlage für eine Beschwerde ist online verfügbar. Die Antworten der Kassen werden gesammelt, um den Druck auf die Entscheidungsträger zu erhöhen.

    Die Debatte wirft Fragen über die Rolle staatlicher Vorgaben in der Medizin auf und unterstreicht die Spannung zwischen öffentlicher Gesundheit und individueller Freiheit.

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