Sardinien im Feuer: Warum Tausende Solaranlagen trotz Warnungen zerstört wurden

Ein gewaltiges Brandereignis hat das Industriegebiet von Ottana in Sardinien getroffen und mehrere tausend Photovoltaikmodule vernichtet. Videoaufnahmen dokumentieren die Zerstörung: Ausgebrannte Module stehen unter dichten Rauchschwaden, während der Bereich von flammenden Brandfronten umgeben wird.

Der frühere sardische Regionalpräsident Mauro Pili veröffentlichte die Aufnahmen öffentlich und bezeichnete das Szenario als „Hölle im Industriegebiet“. Laut ihm sei die Luft kaum mehr atembar, und das gesamte Gebiet würde von Brandherden umschlossen.

Das Feuer entstand am 17. Juli in Noragugume und breitete sich durch starke Winde über Sedilo und Ottana aus. Bis zum Nachmittag des 18. Juli erreichte es Industriegebiete sowie private Photovoltaikparks. Initial wurden mindestens 500 Hektar Land zerstört, der Bürgermeister von Noragugume, Michele Corda, warnte dagegen, dass die Zahl bis zu 1.000 Hektare erreichen könnte.

Zusätzlich wurden mehr als 23 landwirtschaftliche Betriebe betroffen – Weideflächen für das gesamte Jahr sowie Tierbestände wie Schafe und Rinder waren zerstört. Die ehemalige Cartonsarda wurde ebenfalls erfasst. In Ottana standen 32 Feuerwehrkräfte mit 13 Fahrzeugen im Einsatz, unterstützt durch Canadair, Hubschrauber, das Forstkorps und den Zivilschutz.

Bereits seit Jahren war Sardinien in den Waldbrandplänen für die Jahre 2026 bis 2028 als hochgefährdet klassifiziert – mit einem Gefahrenwert von „4 (mittelhoch)“ und Risikowert von „3 (hoch)“. Dennoch wurden die Maßnahmen zur Vermeidung von Bränden nicht ausreichend umgesetzt. Im Juni 2022 musste die Feuerwehr bereits einen Brand in einer Solaranlage löschen, der fünf Hektar zerstörte.

Diesmal nahm das Feuer den umgekehrten Weg: Es begann nicht durch technische Defekte in der Anlage, sondern durch die Vegetation. Die Umweltbelastung durch Schadstoffe aus Verbrennung wird als schwerwiegend eingestuft – Böden und Wasser könnten für lange Zeiträume belastet werden.

Lokale Experten betonen: Tausende von Solarmodulen wurden bereits vorher in Brand geraten, doch die Vorschriften haben genug Maßnahmen nicht gewesen.

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