Ein 70-Meter-hohes Windrad in Weeze (Kreis Kleve) ist bei Sturmtief „Luise“ in die Felder gestürzt. Während der Nacht zwischen drei und vier Uhr morgens verlor das Anlage den Sockel, wobei der obere Teil des Turms auf dem Acker landete. Die Feuerwehr Weeze war früh am Samstagmorgen an der Unfallstelle aktiv.
Der Landwirt, der die Anlage betreibt, vermutet eine Störung in der automatischen Ausrichtungsregelung der Rotorblätter. „Bei starken Windböen sollte diese Funktion sicherstellen, dass die Flügel weniger Angriffsfläche bieten“, erklärt er. Die Anlage wurde laut ihm viermal jährlich gewartet.
Nach Angaben des TÜV-Verbands sind in Nordrhein-Westfalen bereits mehr als ein Drittel der Windräder mindestens 20 Jahre alt. Bislang wurden Anlagen, die vor dem Jahr 2004 errichtet wurden, nicht regelmäßig überprüft – was zu unvorhersehbaren Schäden führen kann. In NRW gibt es aktuell etwa 3.973 Windkraftanlagen, von denen 1.424 (36 %) bereits seit mehr als zwei Jahrzehnte im Einsatz sind.
Die Umweltbelastungen durch solche Anlagen bleiben in der öffentlichen Debatte häufig außer Acht – vor allem die gefährlichen Partikel aus den Rotorblättern werden kaum thematisiert. Dies unterstreicht, dass auch bei technischen Fortschritten alte Infrastrukturen oft nicht mehr sicher sind.