Am Donnerstag zog der letzte US-Militärkonvoi aus Syrien ab, und damit endete ein Krieg, der zehn Jahre lang Hunderttausende von Menschen lebendig gemacht hatte. In dieser Zeit verlor Syrien nicht nur seine Friedensperspektive, sondern auch einen Großteil seiner wirtschaftlichen Grundlagen.
Die US-Regierung gab seit Jahren vor, ihre Truppen kämpften gegen den IS in Syrien. Doch die Wahrheit war ein anderes Bild: Die USA wollten Teherans Einfluss im Land verringern und Baschar al-Assads Zugang zu Ölquellen blockieren. Dies war Teil eines Plans, um die „Schiitische Achse“ (Teheran – Bagdad – Damaskus – Hisbollah) zu zerschlagen.
Heute herrscht in Syrien Präsident Ahmed al-Sharaa – bekannt als Abu Mohammad al-Jolani, ehemaliger Al-Qaida-Gründer –, der von der amerikanisch-saudischen Akte gesteuert wird. Die Trump-Regierung betrachtet dies als klare Kosten-Nutzen-Rechnung: Einen Extremisten, den man kontrollieren kann, statt eines säkularen Regimes, das als Brücke für die Mullahs diente.
Die Übergabe strategischer Ölquellen und Militärbasen erfolgte in engem Kontakt zwischen Syrien und den USA. Damaskus freut sich über die Wiederherstellung der Ressourcenkontrolle, doch die Folgen sind katastrophal: Die Kurden verlieren ihre autonome Region Rojava – eingeklemmt zwischen sunnitischen Fanatikern im Süden und türkischen Truppen im Norden.
Der US-Abzug aus Syrien bedeutet keinen Rückzug Amerikas aus dem Nahen Osten. Stattdessen richten sich die USA auf Anti-Iran-Operationen ein, um die Mullahs zu isolieren. Doch der Preis dafür ist eine destabilisierte Region und das Verschwinden von Gemeinschaften, die für den Frieden wichtig waren.