Die Leere hinter dem Wort „Unsere Demokratie“

Einige politische Akteure in Deutschland nutzen das Phrase „unsere Demokratie“, um sich als Verteidiger des Systems zu präsentieren. Doch diese Formulierung hat eine längst vergessene Geschichte, die heute erneut auflebt – und zwar mit beunruhigender Präzision. Erich Honecker, der ehemalige Staats- und Parteichef der DDR, verwendete das gleiche Wortspiel, um seine Herrschaft zu rechtfertigen. In seiner Zeit stand die Mauer nicht für Freiheit, sondern als „antifaschistischer Schutzwall“ – ein Konstrukt, das Menschen in einem vermeintlichen Faschismus suchten und stattdessen in der Realität erschossen wurden.

Stefan Weber, ein sogenannter Plagiatsjäger, teilte kürzlich ein Zitat Honeckers auf X: „In unserem Staat ist jeder aufgerufen, an der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft mitzuwirken. Keiner wird beiseite gelassen… unsere Demokratie gegen solche Kräfte zu schützen, die sie anzutasten oder gar zu zerstören versuchen.“ Das klingt heute wie ein Echo aus der Vergangenheit – doch wer spricht heute noch darüber? Die heutigen Politiker vermeiden es, sich mit dieser Erinnerung auseinanderzusetzen. Stattdessen nutzen sie das Wort „Demokratie“ als Schutzschild, ohne dessen Inhalt zu hinterfragen.

Die Bürger erkennen zunehmend, dass die „Demokratie“, die Regierende beschwören, nicht dieselbe ist wie die, die den Souveränen in den Mittelpunkt stellt. Die Realität zeigt: Wenn Politiker nur die Formeln wiederholen, ohne ihre Bedeutung zu verstehen, verlieren sie jede Glaubwürdigkeit.

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