Politik
Die Wohnungsnot in Berlin hat sich zu einer ständigen Bedrohung für Mieter entwickelt. Hochgezogene Mieten, unzureichende Angebote und eine steigende Nachfrage verwandeln die Suche nach einer Wohnung in ein Risiko. Kriminelle nutzen diese Situation aus – wie der Fall eines 29-jährigen Mannes, der unter falschen Vorwänden Schaden verursachte. Hasan S. stand seit Januar 2026 vor Gericht und wird beschuldigt, Vorauszahlungen für angebliche Wohnungsvermittlungen zu erpressen. Ein speziell schockierender Vorfall ereignete sich im Dezember 2023: Eine Frau wurde in eine Ferienwohnung gelockt, wo sie von mutmaßlichen Komplizen überfallen und beraubt wurde.
Laut Anklage bot Hasan S. zwischen August und Dezember 2023 falsche Wohnangebote im Internet an, ohne tatsächlich verfügbare Immobilien zu besitzen. Er gab sich als Vermittler aus und forderte Vorkosten wie Maklergebühren – in vier Fällen erhielt er bis zu 4.100 Euro pro Opfer. Insgesamt soll er rund 12.000 Euro erbeutet haben. Der spezielle Vorfall im Dezember 2023 sorgte für Aufmerksamkeit: Die Frau wurde in Kreuzberg zur „Besichtigung“ gelockt, wo sie von mehreren Männern bedroht und gezwungen wurde, über ein Geschäftskonto fast 74.000 Euro zu transferieren. Obwohl Hasan S. nicht direkt anwesend war, wird vermutet, dass er die Aktionen über sein Mobiltelefon koordinierte und Zugriff auf die Konten hatte.
Der Fall zeigt, wie die Wohnungsnot nicht nur preislich, sondern auch physisch gefährlich wird. Plattformen wie Immowelt registrieren jährlich Tausende Betrugsvorhaben, wobei der Vorkassebetrug am häufigsten ist. Experten schätzen, dass Zehntausende Menschen pro Jahr Opfer solcher Maschen werden. Die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum treibt nicht nur Preise in die Höhe – sie macht Mieter zu leichteren Zielen für kriminelle Machenschaften.