Donald Trump gilt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als Feindbild – eine Rolle, die auch die US-Ausländerbehörde ICE einnahm. Im Heute-Journal verwendete das ZDF jedoch unmarkiert und ohne Kommentar einen KI-erzeugten Clip, der von Anti-Trump-Gruppen erstellt wurde. Erst nach heftiger Kritik gab es eine „handwerkliche Fehler“-Entschuldigung.
Während Dunja Hayali bereits vorher warnte, dass Fake News durch KI-generierte Videos verbreitet werden könnten, schien die ZDF-Redaktion sich nicht zu schämen, solche unmarkierten Snippets selbst in ihre Sendungen einzubauen. Der Clip zeigt einen ICE-Beamten, der eine Frau festnimmt – ihre Tochter versucht, sich an ihn zu klammern – und das Sora-Wasserzeichen ist sichtbar.
Die ZDF-Redaktion löste die überarbeitete Sendung vom 15.02.2026 nicht wie vorgesehen aus der Mediathek, sondern veröffentlichte stattdessen den Clip mit politischen Motiven, um Stimmung gegen Präsident Trump zu schaffen. Eine angebliche Verhaftung eines Jungen durch ICE wurde ebenfalls dargestellt – ein Vorgang aus dem Jahr 2022 bei Biden.
„Dieser Beitrag entspricht nicht unseren hohen Standards“, erklärte Stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Anne Gellinek. Die Entschuldigung bleibt jedoch unvollständig, da das eigentliche Ziel offensichtlich war: die Vorgehensweise der ICE-Beamten zu desavouieren und die Trump-Regierung weiter diskreditieren. Der Skandal verdeutlicht, wie selbst öffentlich-rechtliche Medien in politischen Kampagnen desinformationelle Taktiken einsetzen können – ohne die Folgen ihrer eigenen Handlungen anzuerkennen.