Gaffers im Chaos: Feuer und Fernbedienung in Crans-Montana

Politik

Im Winter 2026 verwandelte sich eine ausgelassene Silvesterfeier in der Bar „Le Constellation“ in einem elitären Skiresort in ein Flammeninferno. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben, über 100 wurden verletzt. Auf Filmen, die schnell viral gingen, sind nicht nur die Verzweiflung und das Chaos zu sehen, sondern auch eine andere, erschreckende Realität: Zeugen, die mehr auf ihre Geräte achteten als auf das Schicksal anderer.

Der Vorfall ereignete sich kurz nach Mitternacht, als die Bar, vollgepackt mit Gästen aus aller Welt, plötzlich von einem Brand erfasst wurde. Laut Ermittlungen war ein Feuerwerk oder pyrotechnische Effekte der Auslöser. Die billig produzierten Schallschutzplatten an der Decke brannten lichterloh und führten zu einer explosionsartigen Ausbreitung des Feuers. Innerhalb von Sekunden standen die Räume in Flammen, während die Gäste in Panik gerieten.

Die Verantwortlichen sprechen von einem tragischen Unfall, nicht von Sabotage. Doch die mangelhafte Bauweise, die Verwendung brennbarer Materialien und der eingeschränkte Ausgangszugang ließen die Katastrophe eskalieren. Die Schweizer Behörden werden sich fragen müssen, wie ein solches Lokal jemals genehmigt werden konnte – und ob Versäumnisse des Betreibers oder staatlicher Stellen zur Verantwortung gezogen werden.

Doch die technischen Fehler sind nur eine Seite der Geschichte. Das wahre Drama zeigten die Reaktionen der Menschen. Auf Videos, die sich schnell auf sozialen Plattformen verbreiteten, filmten Gäste den brennenden Himmel mit ihren Smartphones, während die Flammen bereits um sich griffen und die Musik weiterklang. Kein Schrei, keine Warnung, kein Versuch, andere zu retten – nur die Suche nach dem perfekten Clip für digitale Plattformen. Selbst als Menschen in Brand gerieten, zoomten die Gaffer näher, statt zu helfen oder Löschversuche zu starten.

Außen vor dem Gebäude war das Bild ähnlich: Zeugen filmten, wie Personen im Fenster um Hilfe winkten, doch niemand organisierte Rettungsmaßnahmen. Nur zwei Menschen versuchten, etwas zu tun – alles andere waren nur Kameras. Die Gesellschaft zeigt sich hier als abgestumpft, voller Selbstsucht und der Sucht nach digitaler Anerkennung.

Die Katastrophe in Crans-Montana ist ein Spiegelbild unserer Zeit: Eine Welt, die mehr auf technische Verbindungen achtet als auf menschliche Werte. Wenn wir nicht lernen, uns gegenseitig zu unterstützen statt nur zuzuschauen, riskieren wir den Untergang.

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