Ein unerwartetes Verhalten von Bluetooth-Kopfhörern führte Softwareentwickler Matt Callaghan zu einem entscheidenden Entdeckung. Als er die AliExpress-Website im Browser öffnete, verstummten plötzlich seine Kopfhörer – selbst nachdem er den Tab geschlossen hatte. Die Störung verschwand erst wieder, als er eine andere Seite aufrief.
Callaghan entdeckte zwei verschleierten Skripte (collina.js und fireyejs.js), die über Alibaba-Netzwerke geladen werden. Diese generieren im Hintergrund Audio-Prozesse, um technische Eigenschaften des Systems zu erfassen: von der Grafikhardware bis hin zur Bildschirmauflösung, Prozessorleistung sowie Benutzeraktionen wie Mausbewegungen oder Touch-Ereignisse. Im Unterschied zu klassischen Cookies lässt sich dieser Fingerabdruck nicht durch eine einfache Browser-Reset-Lösung entfernen. Die Kombination aus Hardware-, Software- und Nutzerverhalten schafft einzigartige Identifikatoren, die bei einem späteren Besuch erneut berechnet werden können.
Obwohl Firefox ab Version 118 diese Methode stark eingeschränkt hat, nutzt AliExpress weiterhin zusätzliche Mechanismen wie Canvas-Rendering und WebGL-Eigenschaften. Die Gesamtmuster bilden ein umfassendes Profil des Geräts – ohne dass der Nutzer es merkt. Dieser Vorgang unterstreicht die dringende Notwendigkeit, solche Überwachungsmethoden zu erkennen und gezielt zu blockieren. Die Privatsphäre im Digitalraum ist nicht mehr nur eine theoretische Frage, sondern ein aktuelles Problem für jeden Nutzer.