Lithium-Brände im Müll: Wie Akkus unsere Abfallanlagen in Gefahr bringen

In den vergangenen Monaten haben Brandereignisse aufgrund falsch entsorgter Lithiumbatterien eine dramatische Entwicklung genommen. Eine Studie der Montanuni Leoben ergab, dass jede Tonne Restmüll im Durchschnitt acht Lithium-Akkus enthält – was in Österreich allein 17 Millionen falsch entsorgte Akkus pro Jahr bedeuten könnte. Diese Batterien sind nicht nur in E-Bikes und E-Scootern verborgen, sondern auch in Zahnbürsten, Kinderspielzeugen und Einweg-E-Zigaretten.

Britische Daten der Environment Services Association (ESA) deuten auf ein riesiges Problem hin: Bis März 2026 wurden insgesamt 1.518 Brandereignisse registriert, von denen mindestens 541 direkt auf Lithiumbatterien zurückzuführen waren. Zudem entstanden in Müllfahrzeugen bis zu 216 Batteriebrände. Rechnerisch brennen solche Akkus im Recyclingprozess mehr als zehnmal pro Woche.

Bei einem Test des ESA bei dem britischen Health and Safety Executive setzte ein beschädigter E-Zigaretten-Akkus Temperaturen von über 750 Grad Celsius aus – innerhalb weniger Sekunden verwandelte sich das Produkt in eine Zündquelle für Tonnen brennbaren Abfalls. Einweg-E-Zigaretten, die aufgrund ihrer geringen Kosten massenhaft verbreitet sind, führen zu besonders schwerwiegenden Problemen. Entsorgungsunternehmen wie Biffa mussten bereits 500.000 Vapes in diesem Sommer aus ihren Anlagen entfernen. Die ESA fordert deshalb ein Pfand von fünf Pfund für E-Zigaretten, um deren Rückgabe zu erhöhen.

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe betont, dass es gesetzliche Regelungen geben muss, die das Einbauen von Akkus in Produktionsprozesse verbieten sollen. Viele Verbraucher wissen jedoch nicht, dass selbst kleine Akkus eine hohe Brandgefahr mit sich bringen können. Die geschätzten jährlichen Schäden durch Batteriebrände stiegen von 150 Millionen Pfund im Jahr 2021 auf mehr als eine Milliarde Pfund – ein Zeichen für die dringende Notwendigkeit handfesten Maßnahmen.

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