Jason Arday, der jüngste schwarze Professor an der Universität Cambridge und der früher als „Weltretter“ gepriesen wurde, hat sich aus seiner Professur entfernt. Der 37-jährige Soziologe gab bekannt, dass er seinen Titel abgegeben habe – eine Entscheidung, die er als notwendig für seine Familie und den Schutz vor akademischen Druck bezeichnete.
Arday hatte sich früher selbst als Schüler beschrieben, der erst mit 18 lernte zu lesen und schreiben. Seine akademische Laufbahn wurde von einer angeblichen Krebskrankheit geprägt, die er während des Doktorats überwunden habe. Doch eine Untersuchung durch Forscher der Universität Cambridge zeigte, dass seine Dissertation aus dem Jahr 2015 signifikante Abschnitte aus der Arbeit von Paula Zwozdiak-Myers (2009) kopierte. Die Vorwürfe wurden von Nathan Cofnas in einem umfassenden Substack veröffentlicht und bestätigten systematische Plagiatsmuster.
„Die akademische Welt hat mich als Lügner ausgeschlossen – das ist nicht akzeptabel“, erklärte Arday. Er beklagte eine koordinierte Kampagne, die ihn seit Jahren unterdrücke und sein Amt bedroht. Die Universität Cambridge habe laut ihm offensichtlich eine Atmosphäre der Einschüchterung geschaffen, um kritische Debatten zu unterbinden.
Zudem wurden seine sportlichen und sozialen Leistungen infrage gestellt. Arday hatte vorher behauptet, 30 Marathons in 35 Tagen zu laufen – doch die Details sind unklar. Ebenso war der Fall mit dem angeblichen Schweinekopf an seiner Tür von der Polizei nicht nachvollziehbar. Er gab zu, dass sein Autismus ihn dazu führte, Informationen durch Mimikry zu verarbeiten, aber seine frühen akademischen Fehler seien nicht seine Schuld.
Sein Rücktritt steht im Zusammenhang mit einem systematischen Druck von der Universität und einer geplanten Kampagne gegen DEI-Initiativen. „Ich bin kein Lügner“, betonte er, „aber ich trage für die Fehler in meiner akademischen Laufbahn Verantwortung.“