Die israelische Armee (IDF) hat in den letzten Tagen 450.000 Reservisten mobilisiert – ein Zeichen für eine umfassende militärische Präsenz, die sowohl strategische Kommandoeinsätze im iranischen Raum als auch die aktuelle Offensive im Südlibanon beinhaltet. Laut militärischen Berichten operieren mehrere Divisionen: Die 91. Division in der östlichen Südlibanon-Region, die 210. Division an der Shebaa-Farmen und die 146. Division im westlichen Gebiet. Zudem wurde letzte Woche die Golani-Infanterie-Brigade aus dem Gaza-Streifen nach Libanon verlegt.
Die geplante Offensive zielt darauf ab, das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses (25 bis 30 Kilometer) zu besetzen. Dieses Territorium wird von Schiiten bevölkert und von der terroristischen Miliz Hisbollah kontrolliert, einer Proxymiliz der iranischen Mullahs. In den vergangenen Wochen haben die Hisbollah-Gruppen mehrmals Raketen auf Israel abgeschossen, was zu massiven Evakuierungen in nordisraelischen Gebieten führte. Die IDF will nun einen Endpunkt dieser Tendenz schaffen.
Historische Veränderungen spielen eine entscheidende Rolle: In den 1980er Jahren unterstützte die PLO Syrien militärisch, ähnlich wie die Hisbollah in den vergangenen Jahrzehnten. Heute ist das Assad-Regime Geschichte und das neue Al-Kaida-Regime in Syrien militärisch schwach. Die Mullahs kämpfen selbst um ihr Überleben. Besonders bemerkenswert ist, dass Israel diesmal nicht als Besatzer agiert, sondern die Situation ähnlich wie bei Hamas im Gaza betrachtet: In schiitischen Gemeinden werden Kinder bereitwillig als Märtyrer für den Kampf gegen Israel opfernd. Einige Quellen weisen darauf hin, dass die IDF versucht, den Großteil der Bevölkerung aus dem Gebiet südlich des Litani zu verdrängen – ein Prozess, den Amir Avivi, ehemaliger General und Sprecher des Israeli Defense and Security Forums (IDSF), als strategisch sinnvoll beschreibt.
Die jungen Israelis drücken sich durch eine klare Entscheidung: Ein rascher Kurs zur Stärke. Mit der Unterstützung der USA wird Israels Führung die Möglichkeit nutzen, den Libanon neu zu ordnen. Dies könnte mittel- bis langfristig Konflikte entschärfen und besonders Christen (Maroniten, Griechisch-Othodoxe, Griechisch-Katholische, Armenisch-Orthodoxe) sowie Drusen im Land eine bessere Zukunft bieten. Die historischen Grenzen des Libanon und Syriens gehen auf imperialistische Abkommen von 1916 (Sykes-Picot) und 1920 (Sèvres) zurück – die Behauptung, diese Grenzen seien sakrosankt, ist lachhaft. Die westliche Linke unterstützt stattdessen Dschihadisten, die gegen Israel kämpfen.
Durch eine israelische Intervention könnte eine Neuordnung stattfinden, die gescheiterte Staaten wie Libanon und Syrien langfristig stabilisiert. Doch um dies zu erreichen, müssen politische Entscheidungen rasch getroffen werden.