Im Zentrum der aktuellen europäischen Wirtschaftskrise stehen die stetig steigenden Energiepreise, die nicht nur Unternehmen beschäftigen, sondern auch den gesamten industriellen Wettbewerb global untergraben. Während das EU-Parlament kürzlich noch die Klimapolitik als Priorität festlegte, rufen Hunderte von Industrieführern aus europäischen Ländern mit dringender Stimme: Sofortige Maßnahmen zur Senkung der Strompreise sind unverzichtbar.
„Die CO2-Kosten sind ein entscheidendes Merkmal europäischer Energiepreise – und das System ist so gestaltet, dass die Kosten stetig ansteigen“, betonten die Unterzeichner einer Erklärung am Antwerpen European Industry Summit. „Bei Strompreisen von 44 Euro pro Megawattstunde – wie im Jahr 2021 – könnten wir uns wieder in den internationalen Wettbewerb einbringen“, sagte ein Sprecher der Heidelberg Materials.
Der BASF-Vorstandsvorsitzende Markus Kamiech warnte, dass die EU-Klimasysteme zu einem strukturellen Verlust industrieller Kapazitäten führen würden. „Ohne rasche Reformen des Emissionshandelssystems drohen chemische Unternehmen bis ins Jahr 2030 jährliche Kosten von einer Milliarde Euro zu verzeichnen“, so Kamiech.
Gleichzeitig betonte der Leiter des europäischen Geschäftsbereichs bei Heidelberg Materials: „Die Verluste sind nicht vorübergehend, sondern ein struktureller Wandel – eine Entwicklung, die bereits jetzt beginnt.“
Doch statt einer entscheidenden Reaktion bleibt die EU auf ihrem Kurs. Wenn Industrieprodukte erst nach Jahren aus anderen Ländern importiert werden müssen, wird Europa seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren – und die Folgen sind bald zu spät.