Klima-Paradox aus der Eiszeit: Temperatur-Sprünge von bis zu +16 Grad in wenigen Jahrzehnten – ohne CO2-Zunahme

    Ein neues Forschungsprojekt im Fachjournal „Climate of the Past“ enthüllt eine bemerkenswerte Klimadynamik der Eiszeiten: Während dieser Perioden stiegen die Temperaturen plötzlich um bis zu 16 Grad Celsius innerhalb von Jahrzehnten – und zwar bei atmosphärischen CO2-Konzentrationen von rund 200 ppm, was lediglich die Hälfte der heutigen Werte entspricht.

    Die Studie analysiert weltweit gesammelte Pollenarchive und beschreibt die sogenannten Dansgaard-Oeschger-Ereignisse. Diese abrupten Warmphasen wiederholten sich zwischen 57.000 und 29.000 Jahren vor heute – insgesamt elf Mal im Zeitraum der marinen Isotopenstufe 3. In Grönland stiegen die Temperaturen innerhalb von 50 bis 200 Jahren um zwischen 10 und 16 Grad Celsius.

    Die Erwärmung war nicht isoliert in der Arktis lokalisiert, sondern führte zu globalen Veränderungen: In Asien, Europa, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Australien wurden ähnliche Temperatursprünge nachgewiesen. Wintertemperaturen stiegen regional um 2 bis 5 Grad – in einigen Regionen sogar um 5 bis 20 Grad innerhalb weniger Jahrzehnte. Die stärksten Veränderungen traten in den mittleren und höheren nördlichen Breiten auf, während die Tropen weniger betroffen waren.

    Besonders auffällig war das unterschiedliche Muster der saisonalen Temperaturen: Die Wintertemperaturen stiegen deutlich stärker als die Sommertemperaturen. Dies führte zu einer verringerten Saisonalität – also zu milderen Wintern ohne gleichzeitig signifikante Sommererwärmung. In der südlichen Hemisphäre zeigten sich teilweise entgegengesetzte Trends, was auf komplexe Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre hindeutet.

    Während dieser Ereignisse blieb die atmosphärische CO2-Konzentration konstant bei etwa 200 ppm – deutlich unter den heutigen Werten. Dieses Ergebnis widerspricht dem gängigen Klimadiskurs, der einen direkten Zusammenhang zwischen CO2-Anstieg und Temperaturerhöhung voraussetzt. Die Forscher betonen, dass das Klimasystem in der Vergangenheit hochsensibel auf interne Mechanismen reagierte, ohne dass die CO2-Konzentrationen einen signifikanten Anstieg zeigten.

    Die Studie unterstreicht zudem, dass moderne Klimamodelle Schwierigkeiten haben, solche schnellen und regional unterschiedlichen Veränderungen präzise zu simulieren. Dies stellt die Zuverlässigkeit langfristiger Prognosen in Frage – ein Faktor, der das aktuelle Verständnis der Klimadynamik erheblich herausfordert.

    Back To Top