Rhythmisches CO2-Atmen aktiviert Hirnreinigungsmechanismus – Studie zeigt mögliche Entfernung von Alzheimer-Proteinen

    Ein neues Forschungskonzept hat erstmals einen gezielten Trigger für das natürliche Reinigungssystem des Gehirns identifiziert. Bei zwölf Probanden wurde ein periodischer Wechsel zwischen normaler Atemluft und einer fünfprozentigen Kohlendioxidmischung durchgeführt, um die Hirngefäße so zu stimulieren wie im Tiefschlaf. Danach fanden Wissenschaftler signifikante Steigerungen von Alzheimer-relevanten Proteinen im Blut – ein Indiz dafür, dass diese aus dem Gehirn abtransportiert wurden.

    Das glymphatische System des Körpers spielt eine zentrale Rolle bei der Entfernung von Stoffwechselabfällen. Während des Tiefschlafs erweitern langsame Gehirnwellen die Blutgefäße periodisch, um Abfallstoffe zu pumpen. In den Versuchen wurde dieser Prozess durch rhythmische CO2-Wechsel auf 35-Sekunden-Intervalle simuliert – eine Konzentration, die hundertfach höher ist als in der Umgebungsluft. Die Studie, die von Sephira Ryman (University of Texas at Austin) führend war, wurde an der Alzheimer’s Association International Conference 2026 in London vorgestellt. Eine vollständige wissenschaftliche Veröffentlichung ist jedoch noch nicht erfolgt.

    Bei acht Probanden zeigten keine kognitiven Einschränkungen oder erhöhte Tau-Werte, bei vier Personen stiegen die Proteine signifikant an. Drei dieser Teilnehmer litten bereits unter leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Bis zu 15 Minuten nach der Behandlung waren Blutwerte von Beta-Amyloid und Tau erhöht, doch nach einer Stunde kehrten sie wieder auf den Ausgangswert zurück. Die Forscher beobachteten zudem eine verstärkte Entfernung von Alpha-Synuclein – einem Protein, das bei Parkinson-Krankheit ähnliche Schäden auslöst wie Amyloid bei Alzheimer.

    Ob die Methode langfristig klinisch relevante Effekte bei der Behandlung von Neurodegenerationserkrankungen erzielen kann, bleibt unklar. Eine frühere Studie im Fachjournal „npj Parkinson’s Disease“ zeigte bereits vergleichbare Ergebnisse bei Parkinson-Patienten. Der Ansatz könnte jedoch weit über Alzheimer hinausreichen, da das glymphatische System auch andere Abfallstoffe wie Entzündungsmoleküle abtransportiert.

    Die Forscher planen weitere Untersuchungen mit tragbaren Geräten, um die Wirkung zu prüfen. Doch erst durch umfassende Studien mit mehr Teilnehmern und längeren Beobachtungszeiten lässt sich der praktische Nutzen für Patientengruppen beurteilen.

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