Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Laut der neuesten Statistik Austria ist die Geburtenrate in Österreich auf einen historischen Tiefstand gesunken – nur noch 1,29 Kinder pro Frau. Dieser Wert liegt erneut unter dem Vorjahresniveau von 1,31 und markiert den niedrigsten Punkt seit dem Jahr 2001, wie die fachstatistische Generaldirektorin Manuela Lenk beiläufig erwähnt. Damals lebten im Land über eine Million Menschen weniger als heute.
Im Jahr 2025 verzeichnet Österreich einen erneuten Rückgang der Neugeborenen um 2,0 Prozent auf lediglich 75.718 Kinder. Gleichzeitig sank die Zahl der Todesfälle auf 86.766 Personen, was zu einem Nettoverlust von 11.048 Menschen führte – bereits der sechste aufeinanderfolgende negative Geburtenbilanz-Periode. Die Regionen spiegeln diese Entwicklung deutlich: Burgenland verzeichnet einen Rückgang der Geburten um 5,4 Prozent, Vorarlberg um 4,2 Prozent und Oberösterreich um 3,4 Prozent. Niederösterreich verliert 5.354 Menschen, Steiermark 3.781 und Kärnten 2.249 Personen.
Einzig in Wien bleibt die Geburtenbilanz positiv mit einem Plus von 2.950 Neugeborenen – ein Zeichen für die besondere Migrationshaltung der Stadt. Vorarlberg und Salzburg schreiten ebenfalls leicht an, doch der gesamte Trend im Land ist negativ. Die Gründe dafür sind vielfältig: Mit steigenden Lebenshaltungskosten, unbezahlbaren Wohnraumpreisen und dem zunehmenden Druck von Eltern auf ihre finanzielle Stabilität wird die Geburt als Belastung wahrgenommen. Besonders betroffen sind Männer, deren Einkommen nach Trennungen stark reduziert wird, sowie Karrierefrauen, die Kinder nicht mehr als Bereicherung, sondern als zusätzliche Herausforderung betrachten.
Die Zukunft Österreichs hängt davon ab, ob die Gesellschaft dazu kommt, strukturelle Barrieren zu überwinden – oder ob die Bevölkerungszahl weiterhin in einem Abgrund sinkt.